Zusammenfassung: Zur Erzielung hoher Leistungen von landwirtschaftlichen Nutztieren werden seit jeher Mischungen aus verschiedenen Futterkomponenten eingesetzt. Importiertes Soja liefert, auf Grund der Preiswürdigkeit und der biologischen Wertigkeit der Proteine, hierfür die größten Eiweißmengen. In der Vergangenheit machte das günstige Importsoja aus Amerika und die niedrigen Mineraldüngerpreise die Fütterung und den Anbau von Leguminosen in der EU zur Stickstoffversorgung unattraktiv. Einher ging damit der Rückgang der Entwicklung krankheitsresistenter und hochleistungsfähiger Sorten sowie, dass Landwirte und Verarbeitungsgewerbe das Interesse an der Eiweißpflanzenproduktion verloren. In der Gesellschaft hat ein Umdenken stattgefunden, welches Auswirkungen auf die Akzeptanz gentechnisch veränderter Organismen in der Ernährung und somit auch auf die Importe von Soja aus Übersee hat. Die Ziele sind: Sojaimporte in die EU zu reduzieren, die Abhängigkeit von diesen zu verlieren und eine stabile Versorgung mit Eiweißpflanzen aus Europa zu sichern. Als Reaktion auf die BSE-Krise verfügte die EU im Jahr 2000 ein Verbot der Verfütterung von tierischen Proteinen in der Nutztierernährung. Damit wurde aus Gründen der Tier- und Verbraucherschutzes ein bestehender Nährstoffkreislauf unterbrochen und riss eine Lücke in die Proteinversorgung. Dies hatte zur Folge, dass etwa 3,2 Mio. t Sojaschrot zusätzlich auf europäischer Ebene beschafft werden mussten. Da der Selbstversorgungsgrad mit eiweißreichen Futterpflanzen in Europa bei nur 30 % liegt, wurden Initiativen zur Steigerung des Leguminosenanbaus in der EU ins Leben gerufen, um den weiteren Rückgang der Anbauflächen zu stoppen und den Leguminosenanbau in Europa attraktiver zu gestalten. Die Weiweißlücke von etwa 1,9 Mio. t Rohprotein zu schließen, bedarf jedoch mehr Aufwand, als die Förderung des Leguminosenanbaus. Ohne eine Förderprämie des Greenings, bleiben heimische Soja-Alternativen wie Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen dem Getreide im Einkommensbeitrag unterlegen. Hinzu kommt erschwerend, dass die Substitute in der Tierernährung auf Grund von unerwünschten Inhaltsstoffen, schwankender Qualität und geringerer Proteinwertigkeit einen geringen Einsatz finden. Auf Importsojaprodukte kann ohne Einschränkung der tierischen Leistungen und Steigerung der Futterkosten nur in geringem Maße verzichtet werden. Um die Importmengen des Sojas zu reduzieren, können die Phasenfütterung und die verstärkte Fütterung mit Raps einen wichtigen Beitrag leisten. Die Auswirkungen der reformierten Agrarpolitik auf die Verfügbarkeit heimischer Eiweißpflanzen in der EU, mit dem Greening als Instrument, bleiben abzuwarten. Das Ziel der europäischen Eiweißstrategie und des Greenings der europäischen Agrarwirtschaft, steht im Konflikt zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung. Nur eine internationale Arbeitsteilung der Produktion von Futter- und Lebensmitteln sichert die effiziente Flächennutzung und Ausschöpfung der Produktionspotentiale unter gegebenen Standortbedingungen.

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